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Hürth | 28.09.2026 | News
Digitale Reinigungsnachweise statt Papier: VERA-Lösung steht Unternehmen zum Testen offen
Das im Strukturwandelprojekt VERA entwickelte digitale Reinigungszertifikat steht ab sofort weiteren Unternehmen zur Verfügung.
Digitale Reinigungsnachweise statt Papier: VERA-Lösung steht Unternehmen zum Testen offen
Das im Strukturwandelprojekt VERA entwickelte digitale Reinigungszertifikat steht ab sofort weiteren Unternehmen zur Verfügung. Tankreinigungsanlagen, Speditionen, Verlader und Softwareanbieter aus der Chemielogistik können die Lösung kostenfrei testen und in ihre Prozesse integrieren.
Hürth, 28. September 2026 – Das im Strukturwandelprojekt VERA (Verifiable Cleaning Documents) entwickelte digitale Reinigungszertifikat steht ab sofort weiteren Unternehmen zur Verfügung. Tankreinigungsanlagen, Speditionen, Verlader und Softwareanbieter aus der Chemielogistik können die Lösung kostenfrei testen und in ihre Prozesse integrieren.
Statt papierbasierter Nachweise ermöglicht VERA die sichere digitale Ausstellung, Speicherung und Prüfung von Reinigungszertifikaten per Link oder QR-Code. So lassen sich Medienbrüche reduzieren, Abläufe vereinfachen und Informationen entlang der Supply Chain schneller verfügbar machen.
Die chemische Industrie stellt höchste Anforderungen an die Sauberkeit von Tanks, Containern und Silofahrzeugen. Vor jeder Neubeladung müssen Transportbehälter fachgerecht gereinigt werden. Bis heute erfolgt der Nachweis überwiegend über Papierdokumente. Die Folge sind Medienbrüche, manueller Verwaltungsaufwand und eine eingeschränkte Nachvollziehbarkeit entlang logistischer Prozessketten.
Genau hier setzt VERA an: Die Projektpartner Fraunhofer FIT, die TALKE Gruppe und die Spherity GmbH haben gemeinsam eine digitale Lösung entwickelt, mit der Reinigungsnachweise elektronisch ausgestellt, sicher gespeichert und einfach weitergegeben werden können.
Die Digitalisierung von Reinigungsnachweisen schafft mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Effizienz entlang logistischer Prozesse. Gleichzeitig stärkt sie die Zusammenarbeit zwischen Tankreinigungsanlagen, Logistikdienstleistern, Verladern und weiteren Partnern in der Lieferkette.
Digitaler Reinigungsnachweis statt Papierdokument
Kern der Lösung ist ein digitales Reinigungszertifikat, das unmittelbar nach Abschluss einer Tankinnenreinigung erstellt wird. Fahrerinnen und Fahrer, Dispositionen, Kunden und Verlader können den Nachweis anschließend jederzeit digital abrufen und prüfen.
- Fahrerinnen und Fahrer können das Zertifikat direkt nach der Reinigung digital abrufen und bei Bedarf vorzeigen.
- Kunden können die nächste Beladestelle bereits vorab über die durchgeführte Reinigung informieren.
- Dispositionen können jederzeit prüfen, ob die erfolgte Reinigung den Anforderungen des nächsten Transportauftrags entspricht.
Auch der Austausch wird einfacher: Statt Zertifikate per E-Mail als PDF zu versenden, genügt ein Link oder QR-Code. So steht allen Beteiligten jederzeit die aktuelle Version zur Verfügung.
Perspektivisch lässt sich der Reinigungsnachweis sogar direkt mit elektronischen Rechnungen verknüpfen und bei Rückfragen oder Reklamationen sofort einsehen.
Von der Digitalisierung profitieren nicht nur die Nutzenden des Zertifikats, sondern auch die Tankreinigungsanlagen selbst. Aufwendige Papierarchive und die manuelle Verwaltung von Dokumenten entfallen weitgehend. Alle ausgestellten Zertifikate stehen jederzeit digital zur Verfügung und lassen sich innerhalb von Sekunden recherchieren, einsehen oder bei Rückfragen aufrufen. Das reduziert den Verwaltungsaufwand, verbessert die Verfügbarkeit relevanter Informationen und unterstützt eine effizientere Dokumentation.
Fälschungssicher und jederzeit überprüfbar
Technisch werden die Zertifikate als digitale Produktpässe ausgestellt. Jedes ausstellende Unternehmen erhält eine eigene digitale Identität. Jedes Zertifikat verfügt über eine eindeutige digitale Kennung und wird kryptografisch signiert.
Das funktioniert wie ein digitales Siegel: Sobald nachträglich Änderungen vorgenommen werden, werden diese unmittelbar sichtbar. So kann die Echtheit des Zertifikats jederzeit überprüft werden.
Die Prüfung erfolgt über einen einfachen Link oder QR-Code. Anders als bei zentralen Systemen werden die Zertifikate nicht in einer gemeinsamen Datenbank aller Marktteilnehmer gespeichert. Stattdessen verwaltet jedes Unternehmen seine Nachweise und digitalen Identitäten eigenständig und behält die Kontrolle über seine Daten.
Die Lösung basiert auf offenen Standards für digitale Identitäten und verifizierbare Nachweise, wie sie künftig auch für den EU Digital Product Passport vorgesehen sind.
Technologische Grundlage ist die VERA-Plattform von Spherity für digitale Produktpässe. Damit ist die Lösung bereits auf eine vollständig dezentrale Betriebsweise vorbereitet und nicht von einem einzelnen Anbieter abhängig.
Einfache Einführung in bestehende Prozesse
Die Anwendung wurde mit dem Ziel entwickelt, sich möglichst nahtlos in bestehende Abläufe von Tankreinigungsanlagen zu integrieren. Sie kann sowohl als eigenständige Desktop-Anwendung als auch als Bestandteil bestehender Branchensoftware genutzt werden.
Ein wichtiger Schritt ist bereits erfolgt: Die Integration in die Software C-BANK des Ingenieurbüros Gellweiler Fischer (IGF), die in zahlreichen Tankinnenreinigungsanlagen eingesetzt wird, wird derzeit vorbereitet.
Unternehmen zum Mitmachen gesucht
Mit Abschluss der Entwicklungsarbeiten beginnt nun die nächste Phase: Die Projektpartner suchen aktiv weitere Tankreinigungsanlagen, Speditionen, Verlader und Softwareanbieter, die die Lösung in der Praxis testen möchten.
„Durch die Förderung im Rahmen des Strukturwandels war von Beginn an vorgesehen, die Projektergebnisse möglichst vielen Unternehmen zugänglich zu machen. Wir möchten deshalb weitere Anwender gewinnen und gemeinsam mit ihnen Erfahrungen sammeln, um die Lösung weiter auszubauen“, sagt Lisa Klug, Projektleiterin für VERA bei Fraunhofer FIT.
Über das Projekt VERA
VERA (Verifiable Cleaning Documents) entwickelt digitale und verifizierbare Reinigungszertifikate für die chemische Logistik. Das Projekt wird im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier gefördert und zeigt, wie durch die Zusammenarbeit von Forschung, Softwareentwicklung und Chemielogistik innovative digitale Lösungen für die Branche entstehen können.
Projektpartner sind die Alfred Talke GmbH & Co. KG, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT sowie die Spherity GmbH.