Hürth | 20.06.2022

TALKE Malaysia gewinnt Vijaya Kumar als Managing Director

Vijaya bringt hierzu 22 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung von Westports mit, dem größten Hafenbetreiber in Malaysia. Als General Manager Marketing and Conventional spielte er eine wichtige Rolle, um Unternehmen aus der Chemiebranche von Westports als regionales Drehkreuz zur Distribution ihrer Produkte zu etablieren. Wir hatten vorab die Gelegenheit, mit Vijaya über seine Karriere und seine neue Rolle zu sprechen.

Hallo Vijaya. Warum hast du dich vor 22 Jahren für die Stelle bei Westports entschieden?

Mein Studium habe ich im Jahr 1999 als Bachelor of Business Administration abgeschlossen. In den späten 1990er Jahren steckte Südostasien in einer Finanzkrise. Entsprechend war der Jobmarkt auch in Malaysia zu dieser Zeit nicht gerade aufregend. Über private Kontakte habe ich dann von einem Hafenprojekt einige Kilometer außerhalb von Kuala Lumpur erfahren. Natürlich war mir aus meinem internationalen Wirtschaftsstudium die Bedeutung von Häfen klar. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt aber noch nie einen Hafen besucht. Was hat dich an deiner ersten Stelle besonders gereizt? Zu Beginn war es eine Herausforderung, für die ich meine gewohnte Komfortzone verlassen musste. Ich habe mich auf der grundlegenden Ebene als Operations Executive eingearbeitet, aber es war immer klar, dass mir der Weg durch die verschiedenen Bereiche von Westports offen steht. Nach einigen Jahren bin ich dann im Marketing gelandet und um das Jahr 2008 herum habe ich dort die Führungsposition übernommen. Von da an ist mein Verantwortungsbereich weiter gewachsen – bis zu dem Punkt, an dem ich heute stehe.

Wie hat sich Westports über die Jahre verändert?

Nach einem ersten Wachstumsschub durch die Containerisierung in den 1970er Jahren, nahm die wirtschaftliche Entwicklung um die Jahrtausendwende deutlich an Fahrt auf. Westports hat seit dem Jahr 2000 von dieser Entwicklung profitiert und ist durch den Handel mit China sowie die generelle Entwicklung des südostasiatischen Marktes gewachsen. Ich habe erlebt, wie sich die Stadt Port Klang und Westports deutlich verändert haben. Als ich anfing, waren wir ein einfaches Drehkreuz mit 11 Ship-to-Shore-Kränen, über das pro Jahr eine Million TEUs (Twenty-foot Equivalent Unit; deutsch: Zwanzig-Fuß-Standardcontainer) umgeschlagen wurden. Mittlerweile verfügt Westports über 67 Ship-to-Shore-Kräne, die im vergangenen Jahr 10,4 Millionen TEUs bewegt haben. Ein weiterer Vergleich: Zu Beginn kam lediglich hin und wieder ein Lastwagen am Gate an, wofür ein einzelner Mitarbeiter abgestellt wurde. Heute erstreckt sich das Gate über 28 Fahrspuren, die rund um die Uhr in Betrieb sind. In der näheren Vergangenheit hatte Westports nur drei kurze Phasen ohne Wachstum. Alle waren mit globalen Herausforderungen wie der Finanzkrise im Jahr 2009, den großen Übernahmen und Fusionen in der Schifffahrtsindustrie im Jahr 2017 und der Pandemie im Jahr 2020 verbunden. Trotzdem haben wir in jedem Jahr neues Equipment hinzugefügt, die Digitalisierung von Prozessen vorangetrieben und in die generelle die Modernisierung und Erweiterung von Westports investiert. Heute stehen hier Liegeplätze auf fünf Kilometern Länge zur Verfügung, gestartet sind wir mit einem Kilometer. Zudem sind die Preise wettbewerbsfähig und Arbeitskräfte und Erfahrung sind ebenfalls vorhanden.

Was macht den APAC Wirtschaftsraum gerade für die chemische und petrochemische Industrie spannend?

Port Klang liegt in der Mitte der Straße von Malakka, einer der wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten, was im Laufe der Jahre zum starken Wachstum von Westports beigetragen hat. Der Standort bietet sich daher als Zwischenstopp und Drehkreuz zwischen den verschiedenen Regionen des Wirtschaftsraums Asien-Pazifik an. Ein großer Erfolg während meiner Zeit bei Westports war die Etablierung der Freihandelszone als Drehscheibe für die Londoner Metallbörse. Seit 2010 wurden im Nahen Osten und in den USA zahlreiche neue petrochemische Anlagen gebaut. Die APAC-Region ist schon jetzt ein wichtiger und stetig wachsender Markt für Polymere. Die Unternehmen vor Ort haben in moderne Produktionsanlagen investiert und können ihre Produkte direkt an die heimischen Märkte verkaufen. Sie benötigen jedoch nahe gelegene Lagerkapazitäten, über die sie die Grundstoffe bei Bedarf schnell zu den Produktionsstätten verschieben können. Wir sprechen hier von einem Markt mit einer Bevölkerung von mehr als 600 Millionen Verbrauchern, der in den nächsten 10 Jahren noch schneller wachsen soll als China.

Warum hast du dich trotz des großen Erfolgs bei Westports für eine neue Aufgabe entschieden?

Eigentlich dachten die meisten mir nahestehenden Menschen und Kollegen, dass ich eines Tages bei Westports in den Ruhestand gehen würde. Und obwohl ich mit meiner Karriere bei Westports sehr zufrieden bin, kam die Gelegenheit zu TALKE zu gehen einfach zum richtigen Zeitpunkt. Kurz vor dem Ausbruch von Covid starteten wir mit Unterstützung durch die Regierung Planungen für die nächste Ausbaustufe von Westports. Dann bremste die Pandemie alles aus, und ich fragte mich, wo ich in fünf Jahren sein will. Ich denke, ich habe alles was ich konnte über den Betrieb eines Hafens gelernt und den Höhepunkt meiner Karriere bei Westports erreicht.

Wie kam der Kontakt mit TALKE zustande?

Die Logistik im und um den Hafen war schon immer ein Bereich, der mich sehr beeindruckt hat, seitdem ich ab 2008 mit unseren Kunden an der Erweiterung unserer Lagerkapazitäten gearbeitet habe. Als TALKE hier ein Projekt für zwei Warenhäuser startete, lernte ich das Unternehmen kennen und mochte vor allem, dass es immer noch als Familienunternehmen geführt wird. Durch die Gespräche mit TALKE bekam ich die Chance, den Aufbau des Projekts vom ersten Tag an als Managing Director zu unterstützen. Es ist einfach eine neue Herausforderung, aber eine, bei der ich in engem und gutem Kontakt mit Westports bleiben werde. Mir war wichtig, dass ich mit dem Segen meines bisherigen Arbeitgebers zu TALKE wechsle.

Worauf freust du dich bei deiner neuen Aufgabe besonders?

Nach mehr als 20 Jahren bei Westports freue ich mich noch einmal darauf, mein Wissen und meine Fähigkeiten in einer spezialisierten Branche zu erweitern. Dafür kann ich mir keinen besseren Ort als TALKE vorstellen. Polymere und die gesamte chemische Industrie werden in den kommenden Jahren noch wichtiger werden. In Port Klang und mit Westports steht alles bereit: Land, Fähigkeiten und eine Regierung, die mit einer freundlichen Politik versucht, ausländische Investoren anzuziehen. Ich freue mich, dass ich zu einem so spannenden Zeitpunkt in der Branche arbeiten und eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer neuen Geschäftseinheit der TALKE Gruppe spielen kann. Es fühlt sich großartig an, egal aus welchem Blickwinkel ich darauf schaue.